Háifoss – Der Fall in die Tiefe

Háifoss

Wo

Versteckt im Þjórsárdalur-Tal im Süden Islands liegt der mächtige Háifoss nahe dem Vulkan Hekla. Er ist nur über eine Hochlandstraße erreichbar, deren letzter Abschnitt über Schotter führt. Die Abgeschiedenheit verleiht dem Ort eine beinahe archaische Atmosphäre, als würde man eine Welt betreten, die sich dem schnellen Zugriff entzieht.

Wann

Der Zugang ist saisonabhängig und meist nur zwischen Juni und September möglich. Selbst im Hochsommer kann hier ein eisiger Wind durch die Schlucht ziehen, und Schneereste erinnern daran, dass das Hochland sein eigenes Klima besitzt. Die beste Zeit für stabile Bedingungen sind Juli und August.

Größe / Fläche

Mit rund 122 Metern zählt Háifoss zu den höchsten Wasserfällen Islands. Das Wasser stürzt senkrecht in eine tiefe Schlucht und wirkt dabei fast schwerelos. Direkt daneben ergießt sich der kleinere Wasserfall Granni, sodass beide gemeinsam ein monumentales Panorama bilden.

Umgebung

Raues Lava- und Basaltgestein, weite Ebenen und tiefe Schluchten prägen die Landschaft. In der Nähe liegt Stöng, eine rekonstruierte Wikingersiedlung, die einen Einblick in das frühe Leben Islands gibt. Hier scheint Geschichte mit Natur zu verschmelzen.

Klima

Das Klima ist deutlich rauer als an der Küste. Selbst im Sommer bleiben die Temperaturen oft unter 15 Grad, Windböen sind keine Seltenheit und das Wetter kann sich binnen Minuten ändern.

Tipps & Anekdote

Wer am Rand der Schlucht steht, spürt die Ehrfurcht vor der Tiefe. Eine alte isländische Geschichte erzählt, dass einst ein Schafhirte hier sein Tier suchte und glaubte, Stimmen aus der Schlucht zu hören – es waren jedoch nur die Echos des Wassers. Seitdem gilt Háifoss als Ort, an dem die Natur mit eigener Stimme spricht.

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